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Festivals
Junge Filmszene im BJF

Festival-Datenbank

1. Remake. Frankfurter Frauen Film Tage

02.11.2018 bis 11.11.2018
Ort: Kinothek Asta Nielsen
Festival-Niveau: Profi
Ausschreibung: International
Anmeldeschluss:
Alter: 0 bis 99

Remake. Frankfurter Frauen Film TageBeschreibung:
Im November dieses Jahres veranstaltet die Kinothek Asta Nielsen in Frankfurt erstmals das Festival Remake. Frankfurter Frauen Film Tage.
Die Kinothek setzt sich seit nahezu zwanzig Jahren mit Filmpräsentationen, thematischen Programmen, Werkschauen, Retrospektiven für die Filmarbeit von Frauen ein und fördert die Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen im Film. Mit dem Festival Remake fügt sich ein neues Veranstaltungsformat in die bisherige Arbeit: ein Programm, das von einem Themenschwerpunkt ausgeht und sich in einer Mischung aus Festival und Symposion entfaltet. "Remake" verweist auf den Bezug zur Geschichte, wie er für die gesamte Arbeit der Kinothek prägend ist: Filme aus mehr als hundert Jahren entstehen neu in der Wahrnehmung von Zuschauerinnen und Zuschauern, wenn sie heute gezeigt werden. Denn Filme existieren nur in der Aufführung, und das Zeigen selbst ist eine Form des Filmemachens, ein Re-Make.


Geschichte bildet ein wesentliches Moment des Festivals. Alte Filme sind ja nicht einfach alt, sondern durch sie wird Vergangenheit als Bestandteil der Gegenwart erfahrbar – sofern die Filme denn in einem Kontext gezeigt werden, in dem sich ihre spezifische Aussagekraft entfalten kann. Nicht zuletzt um solcher Zusammenhänge willen laufen alte mit jüngst entstandenen Filmen zusammen, werden Projektionen von Einführungen, Kommentaren, Gesprächen und Diskussionen begleitet. Die Orte der Aufführung und deren Gestaltung erfahren dabei besondere Aufmerksamkeit, und alle Filme laufen (soweit möglich) im Originalformat – sei es 35mm, 16mm, Super 8 mit analogem Ton oder eben ein digitales Format. Bei der Aufführung von Stummfilmen liegt uns die Musikbegleitung besonders am Herzen.


Der formalen Struktur von Remake – unterschiedliche Epochen und Genres verflechten sich im Programm – entspricht die inhaltliche: Themen wie Frauen und Geschlechterverhältnisse im Film oder Aspekte des queer cinema treten in ihrer Verflochtenheit mit anderen gesellschaftlichen Phänomenen zutage; so auch mit der Emanzipation der Frauen im Kontext von Migration, Kolonialismus, Rassismus. Ausgehend von inhaltlichen Verbindungen entwickelt sich jede Ausgabe der Frankfurter Frauen Film Tage in einer Vielzahl von Programmen, die jeweils in einem Zusammenhang untereinander stehen, eine Gesamtgestalt, eine Art „Archipel“ bilden.


Remake wird immer auch einen Programmteil enthalten, der einer Filmmacherin gewidmet ist, deren Arbeiten von Vergessen und Verschwinden bedroht sind. Dafür werden vorführbare Kopien hergestellt und eine Tournee durch Kommunale Kinos organisiert.


Nicht nur der Filmgeschichte, sondern auch der Geschichte feministischer Filmfestivals werden wir mit dem Programm Tribut zollen. 1972 fanden in New York und Edinburgh die ersten feministischen Festivals statt – sie waren zum großen Teil der (Wieder-)Entdeckung von Filmmacherinnen gewidmet. Viele ihrer Werke, die Anfang der 70er Jahre wieder das Licht des Projektors erblickten, sind heute erneut verschwunden, Kopien nicht oder nur schwer auffindbar. Mit Wiederaufführungen einstiger Programme, in Gesprächen mit den damaligen Veranstalterinnen werden wir an diese Geschichte erinnern, aus der auch unsere Arbeit hervorgegangen ist. Jede Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage soll einem der früheren Festivals gewidmet sein.

Internet: remake-festival.de/

Gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend