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Workshops
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Emotionale Führung des Zuschauers im Film und Serie

The secret of connecting

online
22.08.2020 bis 23.08.2020
Einstufung: Amateurbereich
Referent*in: Bartosz Werner

Emotionale Führung des Zuschauers im Film und SerieBeschreibung:
In diesem Seminar steht im Vordergrund die emotionale Führung des Zuschauers im Film und Serie und somit das Handwerk, wie man als Filmemacher den Zuschauer an die filmische Fiktion bindet. Denn leider gelingt es Filmemachern nicht immer, mit ihrem Werk die beabsichtigten Emotionen beim Zuschauer hervorzurufen. Obwohl die Autor*Innen ein stimmiges Drehbuch schreiben, die Schauspieler*Innen ihre Gefühle ehrlich meinen und die Filmemacher*Innen diese cineastisch brillant in Szene setzen, bleibt häufig eine Diskrepanz zwischen den auf der Leinwand gezeigten Emotionen und denen des Zuschauers – er wird nicht mitgenommen und bleibt ein gleichgültiger Beobachter. Die Ursachen liegen in der Nichtbeachtung einiger Regeln bei der emotionalen Führung des Zuschauers, die sich jedoch die alten Regiemeister und Oskar prämierte Autorenfilmer bewusst waren. Einer davon war der Autor und Regisseur Krzysztof Kieslowski, der für die Trilogie der „Drei Farben: Blau / Weiß / Rot“ und für die 10-teilige Mini-Serie „Dekalog“ verantwortlich war: Er versteht es durch sicheres Handwerk meisterlich, Empfindungen, Emotionen und Illusionen beim Zuschauer hervorzurufen.

Lernziele:

Die Teilnehmer*innen lernen bei der gemeinsamen Analyse des Films „Drei Farben: Blau“ wie man Figuren geschickt einführt und „markiert“, damit der Zuschauer sich direkt mit ihnen „verbindet“. Um die bestmögliche Verbindung auch bei der Erzählhandlung herzustellen, sind Aussparungen, Verhüllungen und Normübertretungen der Figuren, notwendig, dabei ist die Einhaltung der richtigen Distanz mit der Kamera stets einzubeziehen. Aufbauend auf dem Film werden weitere Film- und Serienbeispiele besprochen, die sich ähnlicher Techniken bedienen, wie zum Beispiel „Gran Torino“, „Ziemliche beste Freunde“, „Room“, „Notting Hill“, „Dirty Dancing“, „Hangover“ und in Serien wie „Glow“, „Manhunt: Unabomber“, „Good Wife“, „Monk“, „Haus des Geldes“ und „Downtown Abby“. Hinzugezogen werden ausgewählte Kurzfilme, Musikvideos und Spots, wo dieses Handwerk verdichtet angewendet ist. Wir lernen mit der richtigen Balance zwischen Dramaturgie, Kameraführung und Schnitt den Zuschauer durch die filmische Handlung zu führen, damit er sich mit der Geschichte verbinden kann und diese sogar zum wiederholten Male schauen möchte.

Weitere Themen im Seminar zu Emotionale Führung des Zuschauers im Film und Serie sind:

Informations- und Emotionsverteilung

„temp mortem“ – tote Zeit

Visueller und dramaturgischer Vorbau von Gefühlsentladungen wie Wut, Zorn, Trauer und Weinen

Dramaturgisches und visuelles Vorshadowing

Auftritte und Abgänge der Figuren

Perfekte Szenenübergänge aus der Sicht der Figur, ohne Musik.

Blickführung im Bild und Schnitt

Über Blicke verbinden

Mystische Subjektivierung

Kontrastwechsel, Distanz & Nähe

Die „Naht-Einstellungen“ (Spiegelungen & Verdichtungen)

Die Kraft der Nebenfiguren

Visuelle System-Dramaturgie

Macht der Fiktion

Praktische Analyse- und Schreibübungen:

Markierung des Helden

Die 5 Phasen des Wandels

Spannungsaufbau durch die System-Dramaturgie

Figureneinführung durch Normübertritte

Die unbewusste Kraft der Nebenfiguren

Unterrichtsform: Online über Moodle und der Video-Konferenzsoftware Big Blue Button / Zoom

Über die gängige und bewährte Unterrichtslernplattform Moodle in Kombination mit der Konferenzsoftware Big Blue Button – und bei zu starker Auslastung ZOOM – ist das Seminar wie ein virtueller Präsenzseminar aufgebaut. Gemeinsam werden wir viele Szenen aus dem oben genannten Film- und Serienbereich in Echtzeit (über Vimeo-Links in ansehnlicher Qualität) in der Videokonferenz analysieren und das Gelernte in kleinen Schreibübungen festhalten und vertiefen.

Teilnehmeranzahl

16

Internet: www.filmschule-hamburg-berlin.de/seminar-details/emotionale-figurenfuehrung-in-film-und-serie.html

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Gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend