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News
Junge Filmszene im BJF

8.6.19

Erster Deutscher Nachwuchs-Drehbuchpreis vergeben


Mireya Heider de Jahnsen aus Berlin und das Autoren-Team Alexander Nickolai und Erik Zuhlsdorf aus Hamburg wurden am Abend des 7. Juni mit dem Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2019 geehrt. Fur den in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobten Preis hatten sich 159 junge Talente aus ganz Deutschland beworben.

Die Gewinner*innen des ersten Deutschen Nachwuchs- Drehbuchpreises stehen fest: Mit der Auszeichnung, die heute abend im Literarischen Salon Hannover verliehen wurde, wurden Mireya Heider de Jahnsen, Studentin an der DFFB in Berlin, fur LOST LUGGAGE, sowie das Hamburger Autoren-Team Alexander Nickolai und Erik Zuhlsdorf fur ihre Version des Grimm'schen Märchenklassikers HÄNSEL UND GRETEL geehrt. Insgesamt 159 junge Talente aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2019 beworben. Die Auszeichnung ist mit einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestifteten Preisgeld in Höhe von je 2.000 Euro sowie je einer Autoren-Patenschaft verbunden. Die diesjährigen Patenschaften übernehmen Prof. Jens Becker (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) und Drehbuchautorin Silke Eggert. Der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) stiftet zudem je eine einjährige Junior-Mitgliedschaft. Über die Vergabe der zwei Preise entschied eine Fachjury. Dieser gehörten VDD-Vorstand Sebastian Andrae, Filmemacherin Susanne Heinrich sowie Produzentin Christine Kiauk (COIN FILM) an.

LOST LUGGAGE: „Ein Katastrophenfilm ohne Katastrophe von Mireya Heider de Jahnsen.“
...jedenfalls ohne Katastrophe im On. In ihrem Langfilm-Skript erzählt sie die Geschichte zweier Schwestern, die beide bei derselben Airline arbeiten, bis eine von ihnen eines Tages nicht mehr zurückkommt. Dabei trifft die Verheerung eines Flugzeugabsturzes die Überlebenden. „Wir sind nah dran, dringen durch Tiefenschichten der Charaktere. Das ist die Beobachtungskunst der jungen Autorin, die heute Abend hier mit dem ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis ermuntert wird, ihren ausgesprochen filmischen Blick weiter zu entwickeln“, so die Juror*innen.

HÄNSEL UND GRETEL: „Ein kraftvoller Genre-Versuch von Alexander Nickolai und Erik Zuhlsdorf, der in den Wald der Horror-Bilder führt.“ In ihrem Spielfilm-Drehbuch präsentieren Alexander und Erik keine „eigene“ Geschichte; sie erzählen einen Klassiker neu. Ihr sehr eigener Sprachstil mache Lust auf diese Bilder, so die Jury. „Archaische Sätze, überraschend kruder Humor, die klare Einordnung in einen realen historischen Kontext beleuchten ein grausames, altes Märchen neu. Tatsächlich gelingt es dem Autorenteam, schon beim Lesen echten Horror zu erzeugen.“

„Im deutschen Film fehlte ein Drehbuchpreis fur den Nachwuchs. Diese Lücke ist nun geschlossen.“ Burkhard Inhülsen (up-and-coming)
Die enorme Resonanz auf die Ausschreibung des ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises habe ihn und sein Team aber dennoch überrascht, so Inhülsen weiter. Bereits jetzt sei beschlossene Sache, dass der Preis im kommenden Jahr erneut ausgelobt werde. Ausdrücklich begrüßt wurde diese Entscheidung von VDD-Vorstand Sebastian Andrae. Insbesondere das Paten-Konzept ermögliche, ohne Markt- oder Kostendruck zu schauen: Was braucht das Buch? Was braucht der Autor, die Autorin? „Eine solche Patenschaft kann wirklich Gold wert sein“, so Andrae.

www.drehbuchpreis.de

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