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Junge Filmszene im BJF

27.11.19

Deutscher Nachwuchsfilmpreis und weitere Auszeichnungen in Hannover verliehen: up-and-coming ehrt beste Nachwuchsfilmer*innen

Gewinner*innen des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards
Gewinner*innen des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards

Mit der Verleihung des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards geht das 15. Internationale Film Festival Hannover zu Ende.

Die Gewinner*innen des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards stehen fest. Mit der feierlichen Verleihung der FilmKometen genannten Auszeichnungen im Kulturzentrum Pavillon, die heute Vormittag um 11:30 Uhr beginnt, geht das 15. Internationale Film Festival Hannover up-and-coming 2019 zu Ende. Am Wettbewerb um die von Deutschlands größtem Nachwuchsfilmfestival ausgelobten Preise hatten sich junge Filmemacher*innen aus 122 La?ndern beteiligt. Insgesamt waren 4.017 Filme eingereicht worden. Das 16. Internationale Film Festival Hannover findet 2021 statt.
Deutscher Nachwuchsfilmpreis 2019 für Filmtalente aus München, Pforzheim und Köln.

Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis geht an ABBRUCH von Natascha Zink (1992*) aus München, an BIOTOP von Paul Scholten (*1996) aus Pforzheim und an LÖWIN von Alexander Conrads (1992*) aus Köln. Die Auszeichnungen sind gleichwertig, mit jeweils 2.000 Euro dotiert und gehen mit einer Produzenten-Patenschaft einher; die Patenschaften übernehmen.
Die Entscheidung, wer eine der drei Auszeichnungen erhalten solle, sei ihnen nicht leicht gefallen, so die Juror*innen. Deshalb sprachen sie insgesamt drei lobende Erwahnungen aus:

Jonas Dornbach (Komplizen Film), Lutz Heineking, jr. (ei-telsonnenschein) sowie Philipp Kaßbohrer und Matthias Murmann (bildundtonfabrik). Preisstifter ist das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
an DAS KÖNNT IHR EUCH ABSCHMINKEN!, eine Gruppenarbeit des Jugendfilm e.V. aus Hamburg, DAS MÄDCHEN, DAS KEIN VAMPIR SEIN WOLLTE von Isabelle Caps-Kuhn (*1993) und AM
CU CE - MEIN GANZER STOLZ von Hannah Weissenborn, beide aus Ludwigsburg.
Eine junge Frau ist ungewollt schwanger. Sie trifft eine Entscheidung, die ihr niemand abnehmen kann.
Aber was macht das mit der Beziehung zu ihrem Freund?

ABBRUCH sei "mutig, konsequent und authentisch" und besteche mit einer dichten Inszenierung und großartigen Darstellern, so die Juror*innen. Der Film breche ein Tabu, denn anstelle einer Entscheidungsfindung zeige er eine Protagonistin mit einer klaren Haltung: Die Geschichte heische nicht um Sympathie und sei trotzdem, oder gerade deshalb, sehr be-
rührend, überraschend und manchmal sogar zum Lachen." An BIOTOP beeindruckte die Jury, dass er ein
Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz "...mit Ruhe, ausdruckstarker Bildkomposition und einer eigenen Regiehandschrift" behandelt. Die Dokumentation zeichnet das Geschehen in einem Münchener Vorort nach, wo aus Angst vor Ruhestörungen durch die Flüchtlinge, die in der Nachbarschaft einziehen sollen, eine Lärmschutzvorrichtung gebaut wird.

LÖWIN, erzählt von der 11-jahrigen Leo, die viel zu früh Verantwortung übernehmen muss. Der Film behandele Themen wie Depression, Co-Abhangigkeit, frühkindliche
Sexualitat und sexuelle Diversitat eindringlich und leichtfüßig zugleich, so die Jury: "Die Geschichte hat uns
vom ersten Moment an berührt und gefangen genommen."
Bundes-Schülerfilm-Preis 2019 geht nach Viernheim
Der vom BMBF mit 1.000 Euro dotierte Bundes-Schülerfilm-Preis geht an Robin Tessitore und Nico Schafer (*2003) von der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim und ihren Film WILLST DU MIT MIR GEHEN. Der Film behandele eines der wichtigsten Themen der Welt, die Liebe, so die Jury. Die Tücken des Datings im digitalen Zeitalter würden mit Selbstironie und viel Humor dargestellt. Besonders beeindruckt hatten der Charme und das Timing der jungen Protagonisten.

International Young Film Makers Award für Filme aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien Der International Young Film Makers Award geht an Helena Dalemans (*1996) aus Belgien für HER NAME WAS, an Florence Bouvy (*1993) aus den Niederlanden für TILL THE END OF THE WORLD sowie an Maitane Eyheramonho (*1993) aus Großbritannien für WE JUMP AND PRIXT (WE DISAPPEAR). Die Auszeichnung ist nicht dotiert, geht jedoch mit der Aufnahme in das von up-and-coming initiierte Netzwerk MASTERCLASS- film einher. Drei lobende Erwahnungen gehen an A FISH ON MY BED von Pei-Yi Lin (*1998) aus Taiwan, THE SHEPHERD von Brwa Vahabpour (*1993) aus Norwegen und SAINT PLATAIN (San Pataco?n) von Rodolfo Franco Ricardo (*1995) aus Kolumbien.
Die Charaktere in Helena Dalemans "ehrlicher und bewegender" Ode an ihre Großmutter, die geschwacht in einem Altenheim lebt, bewiesen, was möglich ist - auch wenn alles hoffnungslos zu sein scheine, so die Jury. "HER NAME WAS zeigt, dass es immer Liebe gibt. Und dass diese Liebe zutage treten kann, wann und wo man sie am wenigsten erwartet." Der Film TILL THE END OF THE WORLD erzahlt vom schwierigen Verhaltnis alko- holkranker Eltern und ihrer Kinder - aus der Perspektive von Marie. Er besteche durch die außergewöhnliche Nahe zu seinen Charakteren, deren perfekte Performance und die Tatsache, dass es ihm gelinge, eine wirklich intime Geschichte mit dokumentarischer Sensibilitat, aber in der Bildsprache von wirklich "großem Kino" zu erzahlen. WE JUMP AND PRIXT (WE DISAPPEAR) von Maitane Eyheramonho finde seine Balance zwischen Gesellschaftskritik, experimenteller Dokumentation und Liebesbrief, so die Juror*innen. Der Film sei getragen von einer spürbaren Liebe zu Tanz und Bewegung, lokaler Kultur und Erbe und sei "kühn und mit klarer Stimme erzahlt".

Bei der heutigen Preisverleihung waren zugegen: Natascha Zink, Robin Tessitore und Nico Schafer, Helena Dalemans, Florence Bouvy sowie Maitane Eyheramonho. Sie nahmen ihre Auszeichungen persönlich entgegen. Ebenfalls anwesend waren die Juror*innen: Michel Birbæk, Nele Kiper, Daniele Rizzo, Gabi Rudolph und Sven Taddicken sowie Gabrielle Kelly, Marc Lamothe, Rachael Rakes und Anna Stoeva und Produzenten- Pate Jonas Dornbach.

Das war up-and-coming 2019 – eine erste Bilanz
Bis zum 1. September waren junge Filmemacher*innen aus Deutschland und aller Welt aufgerufen, ihre Arbeiten für das 15. Internationale Film Festival Hannover einzureichen. Von den 4.017 Bewerbungen schafften es 177 aus 45 Landern in die Official Selection: Sie wurden für den Deutschen Nachwuchsfilmpreis, den Bundes-Schülerfilm-Preis oder den International Young Film Makers Award nominiert und konkurrierten in den letzten drei Tagen um die Gunst von Publikum und Live-Juries. Rund 400 junge Filmtalente nahmen am Festival in Hannover teil. Einmal mehr entpuppte sich up-and-coming jedoch auch darüber hinaus als Publikumsmagnet: Fast alle Vorstellungen waren ausverkauft.

www.up-and-coming.de/index.php?id=5

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