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Junge Filmszene im BJF

2.7.20

Die 55. Werkstatt der Jungen Filmszene reflektiert die Corona-Krise

 55. Werkstatt der Jungen Filmszene
55. Werkstatt der Jungen Filmszene

Die diesjährige 55. Werkstatt der Jungen Filmszene fand vom 26. Mai bis 1. Juni 2020 im Online-Format statt. Das Programm, mit den von deiner Jury ausgewählten 77 Filmen, war ab dem 26. Mai für alle TeilnehmerInnen über einen gesonderten Zugang auf Vimeo zu sehen. Die Filmgespräche wurden innerhalb von vier Tagen (vom 29.05. - 01.06.) über Zoom abgehalten. Ingesamt nahmen über 100 junge Filmschaffende und interessierte Gäste an den Filmgesprächen teil. Dank der vielen Teilnehmenden konnte trotz der veränderten Gesamtsituation ein aktiver Austausch zwischen der Moderation, den Filmschaffenden selbst und allen anderen Mitwirkenden stattfinden.

Trotz der bereits genannten Andersartigkeit der Werkstatt im Online-Format erhielten wir - das Werkstatt-Team – eine Menge positiver Rückmeldungen darüber, dass die Werkstatt in diesem Rahmen überhaupt stattfinden konnte. Auch für uns war die 55. Werkstatt eine besondere. Obwohl der persönliche Austausch untereinander fehlte, waren wir rundum zufrieden, ein so aktives Festival mit spannenden Filmgesprächen auf die Beine gestellt zu haben. Dafür ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden!

Ebenso wie wir, die Festivalmacher*innen, standen die jungen Filmschaffenden vor der Herausforderung, mit der Corona-Krise umzugehen. Neben all den negativen Effekten, die diese Pandemie hervorgerufen hat, wollten wir die teilnehmenden Filmschaffenden befragen, welchen positiven Effekt sie persönlich in der Corona-Krise sehen. Und trotz der vielen schlechten Nachrichten, welche uns aufgrund der Krise tagtäglich umkreisen, konnten wir viele erfreuliche Erfahrungsberichte sammeln.

Sei es das Brettspielen, das eigenständige Tätowieren oder mehr Zeit in der Natur, welche einige der Filmschaffenden wieder mehr für sich entdeckt haben. Die meisten der Reaktionen auf unsere Frage beinhalteten das Wort ‘Zeit‘. Zeit zur Selbstreflexion, Zeit für Familie und regelmäßigeren Austausch zu Freunden, Zeit zum Entschleunigen, um lang Aufgeschobenes anzupacken, um neue Dinge auszuprobieren und neue Leidenschaften zu entdecken. Eine Zeit mit weniger Druck, eine Zeit, um die Zukunft in Ruhe zu planen, oder einfach eine Zeit, um glücklich zu sein.
Einer unsere Filmschaffenden beschrieb die Zeit der Corona-Krise vergleichbar mit einem Blick durch ein Vergrößerungsglas. ‘Das Negative wird noch negativer, aber das Positive um so positiver‘.
Durch die reduzierte Lebensweise sei nicht nur mehr Ruhe in den Alltag vieler Menschen eingekehrt, sondern vor allem der Blick auf ‘das Wesentliche‘ wieder deutlich leichter gefallen. Einige sind der Meinung, dass sich hierdurch gesellschaftliche und politische Missstände deutlicher heraus kristallisieren als zuvor. Andere verspüren ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl, einen deutlichen Zusammenhalt in der Gesellschaft auf Grund der umgreifenden Betroffenheit.

Die Zeit des Lockdowns bzw. der Covid-19-Pandemie bildet zweifellos einen deutlichen Einschnitt in der Geschichte. Die hieraus entstehenden Ereignisse gilt es nicht zu verharmlosen, aber dennoch hat unsere kleine Umfrage uns gezeigt, wie wichtig und schön es ist, hin und wieder den Blick auf die positiven Dinge zu lenken. Denn selbst in dieser Zeit sind nicht alle Auswirkungen negativ zu betrachten.

Emily Sturm für die Werkstatt Junge Filmszene

werkstatt.jungefilmszene.de/

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