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News
Junge Filmszene im BJF

6.7.21

Die Werkstatt funktioniert auch online!


In diesem Jahr fand die 56. Werkstatt der Jungen Filmszene zum zweiten Mal seit ihrem Bestehen als Online-Festival vom 19.-24. Mai 2021 statt. Das Filmprogramm, bestehend aus 73 Filmen in 6 Filmblocks (+ Good Night Movie-Filmblock) , war ab dem 19. Mai auf Vimeo zur Sichtung verfügbar, die nachfolgenden Filmgespräche mit den einzelnen Filmteams fanden um das Pfingstwochenende vom 21.-24. Mai statt. Insgesamt nahmen mehr als 120 Teilnehmer*innen an den Filmgesprächen teil und es kamen trotz Online-Version viele spannende und bereichernde Gespräche zustande.

Bis zuletzt hoffte das Werkstatt-Team, alle Teilnehmenden der 56. Werkstatt der Jungen Filmszene im Wilhelm-Kempf-Haus begrüßen zu dürfen. Die angemeldeten Filmschaffenden freuten sich schon auf die einzigartige Atmosphäre, den Austausch zwischen den Filmteams und die intensiven Filmgespräche. Zwei Wochen vor Beginn der Werkstatt folgte dann allerdings der endgültige Beschluss des Gesundheitsamts: Die Werkstatt könne leider nicht in Präsenz stattfinden, da die Inzidenz in Wiesbaden noch zu hoch sei.

Innerhalb von zwei Wochen krempelte das Werkstatt-Team das gesamte Konzept um und sprang selbst vertretungsweise als Moderationsteam gemeinsam mit Ophrys Primied, Europäische Freiweillige beim FiSH-Festival, für die 7 Filmgespräche ein. Diese dauerten jeweils circa zwei Stunden und boten jeder/jedem Filmemacher*in den Raum, seinen/ihren Film ausführlich im Plenum zu besprechen und Fragen zu beantworten.

Besonders auffällig bei den diesjährigen Filmen war der Blick in die Vergangenheit. Die Filmemacher*innen beschäftigten sich vielmals inhaltlich mit der deutschen Geschichte. Parallel dazu ist außerdem das technische Spiel mit der Vergangenheit anzumerken. So wurde in diesem Jahr vermehrt analog gefilmt, in einem Fall sogar analog geschnitten. Auch die Ästhetik der diesjährigen Filme spiegelt die derzeitige Inspiration und Faszination wider. Viele „Retro-Looks“, Kassetten statt Spotify und ein Skaterfilm über das Leben auf dem Board: Womöglich beschreibt diese Realitätsflucht die gegenwärtige Stimmung einer Generation, die ihre Jugend in Coronazeiten verbringt.(Bezeichnend dafür ist der Werkstatt-Film „Another Roadtrip“, welcher mit der Nostalgie/Romantisierung der Jugend für die Vergangenheit, insbesondere die 80er- und 90er-Jahre, spielt.)

Philipp Aubel, Festivalleiter der Werkstatt der Jungen Filmszene, resümiert: „Zwischen unserer ersten Online-Werkstatt, die im Mai 2020 und somit noch am Anfang der Pandemie stattfand, und der diesjährigen Werkstatt ist vor allem eins aufgefallen: Die jungen Filmschaffenden sind nach mehr als einem Jahr Pandemie inzwischen vollkommen routiniert und gewöhnt an Zoom. Wenn sich im letzten Jahr die Beteiligung online noch etwas fremdartig angefühlt hat, so ist es in diesem Jahr zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Natürlich kann ein Online-Gespräch keine Diskussion in Person ersetzen, trotzdem war die Beteiligung an den Filmgesprächen in diesem Jahr deutlich intensiver als noch im letzten Jahr. Nichtsdestotrotz möchten wir allen Filmschaffenden im nächsten Jahr unbedingt wieder persönlich begegnen.“

Michaela Rott für die Werkstatt der Jungen Filmszene

werkstatt.jungefilmszene.de/

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend