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Junge Filmszene im BJF

15.9.21

Junge Filmemacher:innen aus sechs Kontinenten bei "up-and-coming" 2021


Daran, dass „up-and-coming“ zu den weltweit führenden Adressen für den Filmnachwuchs zählt, ändert auch eine globale Pandemie nichts: Bis zum Ablauf der Einreichfrist gingen 4.029 Bewerbungen aus 122 Ländern für das 16. Internationale Film Festival Hannover ein.

Inhaltlich wie auf die Produktion der eingesendeten Filme bezogen ist Corona allerdings nicht zu übersehen. Berlin/Hannover, 14. September 2021 — Am 1. August ist die Einreichfrist für das 16. Internationale Film Festival Hannover abgelaufen. Seitdem sichtet eine 7-köpfige Vorauswahl-Jury alle eingereichten Filme. Corona zum Trotz war die Beteiligung junger Filmemacher:innen aus Deutschland und aller Welt auch in diesem Jahr überwältigend: Insgesamt 4.029 Bewerbungen und damit gleich viele wie 2019 sind in Hannover eingegangen. Unter den Bewerbungen finden sich Arbeiten von Studierenden so gut wie aller deutschen Hochschulen mit entsprechenden Studiengängen. Auch jüngere und jüngste Talente reichten ihre Filme ein: die jüngsten Bewerber:innen sind zwischen 9 und 11 Jahren alt. Erstmals bei "up-and-coming" vertreten sind Filme aus Ländern wie Oman, Bahrain, Mali oder Palästina; u?überraschend viele Einreichungen für den internationalen Wettbewerb kommen jedoch aus Indien, dem Iran und China. Die Nominierungen und damit die Filmauswahl, die "up-and-coming" ab dem 22. November präsentiert, werden Ende Oktober bekannt gegeben.

Die junge Filmszene findet einen kreativen Umgang mit der Pandemie, die ein dominierendes Thema im Wettbewerb um den Deutschen Nachwuchsfilmpreis und den Bundes-Schülerfilm-Preis ist. Die Pandemie bestimmt, das dürfte niemand überraschen, auch die junge Filmszene. Allerdings findet diese einen sehr kreativen Umgang mit der insgesamt schwierigen Situation. Unter den Einreichungen sind neben klassischen Lockdown-Filmen auch viele Arbeiten, in denen die Macher:innen teils essayhaft, teils surreal anmutend die eigene Haltung in der Krise reflektieren. Einige Macher:innen setzen sich mit Aspekten wie Hygiene, Isolation oder Angst vor Ansteckung auseinander, indem sie diese als Horror-, SciFi- oder Kriminalfilme inszenieren. Neben Arbeiten mit direktem Pandemie-Bezug wurden jedoch auch viele Filme mit gänzlich anderen inhaltlichen Schwerpunkten eingereicht. Hier zeigt sich Corona eher im Handwerklichen: Wenige Darsteller:innen in gebührendem Abstand; man sieht vielen der Arbeiten an, dass auch sie im Zeichen der Krise und unter Auflagen entstanden sind. Neben einzelnen, starken Dokumentationen sind in diesem Jahr überwiegend Spielfilme eingereicht worden, darunter sehr viele Genre-Filme: Mystery, Horror und SciFi. Auch wenn die ernsten Themen überwiegen, setzen sich vergleichsweise wenige der Macher:innen aus Deutschland mit sozialpolitischen Themen wie Rassismus, Klimaschutz, Feminismus oder Queerness auseinander. Nähe, Distanz, Isolation und sozialpolitische Themen: Viele der Filme im internationalen Wettbewerb sind ernst. Aber nicht alle!

Auch bei den internationalen Bewerbungen ist Corona ein wiederkehrendes Thema. Einige der Macher:innen nutzen ihre Erfahrungen als Anstoß, um filmische Formen zu erkunden, über Nähe und Distanz, verlorene wie gewonnene Zeit, Isolation oder Krankheit nachzudenken. Viele der Arbeiten thematisieren zudem die Kommunikation. Auffällig ist die starke Präsenz von Smartphones. Texte, Bilder auf Handys, Scrollen durch Social Media: Handys sind allgegenwärtig. Andere, im weitesten Sinne sozialpolitische Themen sind beispielsweise weibliche Solidarität oder 'Freundinnenschaft' und Klimawandel. Heldengeschichten sind in diesem Jahr eher selten; es dominieren Anti-Helden, ernste Filme mit ernsten Anliegen. Wie auch im deutschen Wettbewerb fehlt das Leichte, das Spielerische, der Humor. Viele der Macher:innen nutzen den Film-Noir als Referenz. Extrem starke Beiträge finden sich in den Bereichen Animation und Experimentalfim: Während Erstere meist sehr kurz, dabei aber treffend, einfallsreich und visuell beeindruckend daherkommen, bestechen Letztere durch ihre unaufdringliche Bildsprache und große Intensität.

Festival: 22. bis 28. November 2021
Preisverleihung: 28. November 2021


www.up-and-coming.de

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend