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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

2.1 Bewegte Bilder

Wenn man vom Film als den "bewegten Bildern" spricht, so liegt man gar nicht falsch.
Die Bewegung im Film ist eigentlich eine Illusion.
Die Filmtechnik nutzt eine biologische Gegebenheit, nämlich die Tatsache, dass das menschliche Auge pro Sekunde nur etwa 16 verschiedene Bilder unterscheiden kann. Werden dem Auge mehr als 16 Bilder/sec dargeboten, verschmelzen die Bildeindrücke im Sehzentrum des Gehirns zu flüssigen Bewegungsabläufen.
Dieser Effekt ist wohl den meisten vom "Daumenkino" her bekannt, bei dem eine Bewegung in aufeinander folgenden Zeichnungen in Bewegungsphasen unterteilt ist und beim zügigen Durchblättern flüssig erscheint.

KINOFILM
Beim Kinofilm wird mit 24 Bildern pro Sekunde (B/s) gearbeitet, das heißt, die Film-Kamera belichtet 24 Vollbilder pro Sekunde.

Bei der Projektion werden die Bilder nicht einfach nacheinander wiedergegeben, sondern jedes Bild wird noch einmal unterbrochen.
Während das nächste Bild schon auf der Leinwand sichtbar ist, bleibt der Bildeindruck des vorhergehenden Bildes auf der Netzhaut des Auges noch einen Moment lang erhalten (Nachbildwirkung). So glauben wir eine kontinuierliche Bewegung zu sehen.

VIDEO
Das Fernsehen und somit alle Videoformate arbeiten wegen der (physikalisch bedingten) Betriebsfrequenz von 50 Herz mit 25 B/s (bzw. 50 Halbbildern pro Sekunde).
Deshalb sind Filme, die auf Film gedreht und dann für das Fernsehen abgetastet wurden, im Fernsehen auch immer ein bißchen kürzer als im Kino - nämlich um 1/25 ihrer Länge.
Die 100Hz-Technik arbeitet ähnlich wie die Filmprojektion mit Wiederholung.
Es werden nicht mehr Bilder als bei der 50Hz-Technik gezeigt, sondern die Halbbilder werden wiederholt.

SUPER 8
Mit Formaten wie Super 8 kann man auch mit 18 B/s arbeiten. Dadurch spart man natürlich Filmmaterial (25%), aber man bewegt sich damit schon sehr nahe an der Wahrnehmungsgrenze und riskiert, dass schnelle Bewegungen im Film "zerhackt" wirken und dass unsauber geklebte Schnittstellen auf der Leinwand zu erkennen sind. Außerdem entstehen "durchlaufende Streifen" (Interferenzen), wenn man das mit 18 B/s arbeitende Super 8 Material auf das mit 25 B/s arbeitende Videomaterial kopiert.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend