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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

2.2 Bildsprache

Der französische Regisseur Robert Bresson hat einmal gesagt: "Die Bilder haben wie die Wörter ihre Macht nur durch ihre Verbindung."
Bei diesem Vergleich von Film und Sprache wird die Einstellung mit einem Wort und die Szene mit einem Satz gleichgesetzt.

Der Vergleich von Film mit Sprache ist umstritten, weil die Filmsprache nicht über eine so eindeutige Grammatik verfügt wie die gesprochene oder geschriebene Sprache. Doch wie die gesprochene und geschriebene Sprache muss auch die Filmsprache erst gelernt werden, um sie "spechen" und verstehen zu können.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder erst mit 8 oder 10 Jahren Filmbilder so verstehen wie Erwachsene.
Um die Sprache des Films verstehen zu können, müssen erst die folgenden Erfahrungen gemacht werden:
1. Film bildet eine dreidimensionale Realität zweidimensional ab; die fehlende Tiefe wird durch die Größenverhältnisse der abgebildeten Objekte wiedergegeben.
Nur wenn wir die reale Größe der Objekte kennen und wissen, dass weiter entfernte Gegenstände kleiner erscheinen, können wir ihre Entfernung im Bild richtig einschätzen.

2. Die Geschichte wird "aufgelöst", d.h. in mehrere für die Handlung typische Teilstücke (Einstellungen) unterteilt.
Um eine Geschichte zu erzählen, wird nicht die gesamte Handlung in Echtzeit abgefilmt. Alle Bilder, die für die Geschichte nicht unmittelbar wichtig sind, werden weggelassen.
Wer die im Film dargestellte Tätigkeit nicht kennt, wird durch diese Auslassungen der Handlung nicht mehr folgen können und z.B. nicht verstehen, wieso jemand in der dritten Etage aus seiner Wohnungstür geht und plötzlich unten aus der Haustür kommt, ohne die Treppe hinunter gegangen zu sein.

3. Viele Einstellungen entsprechen nicht unserem normalen Sehen - Wer zum ersten Mal eine Makroaufnahme oder eine Subjektive sieht, wird sich zumindest wundern.
Als den Angehörigen eines isoliert lebenden afrikanischen Stammes ein Aufklärungsfilm über Krankheitserreger im Wasser gezeigt wurde, in dem auch die Makroaufnahme einer Amöbe vorkam, reagierten diese befremdet mit der Bemerkung: Dieses Tier gibt es bei uns nicht!

4. Darüber hinaus gibt es kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung von Bildern, z.B. in der Symbolik von Farben: Weiß kann sowohl Reinheit und Hochzeit symbolisieren als auch eine Farbe der Trauer sein.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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