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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

10.2.1 Beleuchtungsstile

Mit einer bestimmten Art der Beleuchtung können beim Zuschauer bestimmte Emotionen hervorgerufen werden.
Die Lichtführung muss vor allem logisch sein: In der Richtung, aus der das Führungslicht kommt, muss auch eine Lichtquelle sein.
Ziel ist es beispielsweise, Räume mit künstlichem Licht so zu beleuchten, dass der Eindruck von natürlichem Licht (Tageslicht) entsteht.


DER FOTOGRAFISCHE NORMALSTIL
Als fotografischer Normalstil wird diejenige Stilart verstanden, bei dem die Objekte einer Szene so ausgeleuchtet bzw. aufgenommen werden, dass die Details mit annähernd gleichem Reflektionsgrad in gleicher Tiefenlage oder in gleichem Abstand von einer im Bild sichtbaren natürlichen Lichtquelle von gleicher Leuchtdichte sind.
Der fotografische Normalstil wird überall da verwendet, wo k e i n e besondere Stimmung erzeugt werden soll.
Wie der Name schon sagt, wird bei diesem Stil das Bild gleichmäßig ausgeleuchtet, so dass die hellen Stellen nicht zu hell und die dunklen nicht zu dunkel erscheinen.
Die meisten Spiel- und Amateurfilmeinstellungen und 80% aller fotografischen Bilder sind im fotografischen Normalstil gehalten.

KEY: Der Begriff "key" kommt von keylight (englisch für das Führungslicht).

DER LOW-KEY-STIL
Der low-key-Stil wird dann gewählt, wenn Dramatik erzeugt werden soll.
Bilder in diesem Stil zeichnen sich durch ausgedehnte oder wenig oder gar nicht durchzeichnende Schattenflächen aus.
Bei einem reinen low-key werden harte Kontraste vermieden und die Schatten weich ausgeleuchtet.
Das vom Führungslicht getroffene Gesicht des Darstellers, der betont werden soll, wird normal beleuchtet.
Szenenfolgen, die Verbrechen und geheimnisvolle Vorgänge darstellen oder in denen aufgewühlte Gefühle gezeigt werden sollen, werden auch am besten low-key ausgeleuchtet.
Es gibt verschiedene Unterarten des low-key-Stils.
Diese unterscheiden sich in erster Linie nach der Steilheit des Übergangs zwischen Lichtern und Schatten.

DER ÜBERTRIEBENE LOW-KEY-STIL
Diese Stilart wird auch als "out-of-balance-lighting" (übersetzbar etwa als "unausgeglichene Beleuchtung") bezeichnet.
Sie ist gekennzeichnet durch extrem harte Übergänge vom Hell zum Dunkel und einem fast völligen Fehlen der Mitteltöne. Für diese Art der Ausleuchtung werden brilliant strahlende Scheinwerfer verwendet.
Der übertriebene low-key eignet sich besonders gut zur Ausleuchtung niederschmetternder Szenen, die die Realität ungeschminkt darstellen sollen.

DER AUFGEHELLTE LOW-KEY-STIL
Der aufgehellte low-key ist das Gegenteil zum übertriebenen low-key, sozusagen eine Art Übergangsform vom low-key zum Normalstil. Er zeichnet sich im Vergleich zum reinen low-key durch eine höhere Allgemeinaufhellung aus.
Vergleicht man den low-key-Stil mit einer Nachtaufnahme, so wäre der aufgehellte low-key-Stil wie eine Dämmerungsaufnahme.
Bei dieser Stilart versinken große Teile des Bildes in Schatten, die Übergänge zwischen den Schatten und den Mitteltönen sind weich. Aufgrund der höheren Allgemeinaufhellung treten jedoch mehr Details aus dem Schatten hervor.
Aufgrund dieser Wirkung ist diese Stilart gut zur Darstellung von Trostlosigkeit, Armut und Elend geeignet.

DER HIGH-KEY-STIL
In high-key-Aufnahmen dominieren die hellen Töne und es fehlen starke Lichtkontraste. Die Szene wird also so ausgeleuchtet, dass Objekte mit gleichem Reflektionsgrad mit gleicher Leuchtdichte begabt sind.
Um dies zu erreichen, muss nicht nur bei der Ausleuchtung, sondern auch bei der Wahl der Dekorationsfarben, der Schminke und der Stoffe darauf geachtet werden, dass keine großen Flächen mit sehr unterschiedlicher Leuchtdichte entstehen.
Es liegt auf der Hand, daß der high-key-Stil immer dann zum Einsatz kommt, wenn es um die Darstellung von Glück, Freude und Zuversicht geht.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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