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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

8.4 Drehen auf Video

Video ist zwar das billigere Medium, dafür müssen aber auch Einschränkungen in Kauf genommen werden, die sich vornehmlich auf die Bildqualität beziehen.

BELICHTUNG
Eine Videokamera braucht wie ein Film eine bestimmte Menge Licht, um scharfe Bilder mit gutem Kontrast und minimalem Bildrauschen zu liefern.
Bei zu wenig Licht steigt das Bildrauschen an und der Kontrast nimmt ab.
Das Bild wird insgesamt zu dunkel; die Schattenbereiche werden völlig schwarz.
Bei zu viel Licht verschwimmen helle Farbtöne in detailloses Weiß und der Kontrast wird reduziert. Die Schatten werden jedoch klar wiedergegeben.

ZEBRA
Um Überbelichtung zu vermeiden, haben Videokameras, zumindest die besseren, eine Warnanzeige:
Das ZEBRA-Muster kennzeichnet helle, aber gerade noch abgebildete Stellen.
Vorsicht: Das ZEBRA läßt sich bei vielen Kameras einstellen. Normalerweise ist es auf 80 bis 100% Videopegel eingestellt. Wenn es auf über 100% Videopegel eingestellt ist, dann sind die vom ZEBRA angezeigten Stellen schon überbelichtet.

GAIN
Zwar läßt sich bei zu wenig Licht der Videopegel mittels Verstärkung anheben, aber die Zunahme des Rauschens und die Abnahme des Kontrasts können dadurch nicht ausgeglichen werden.

SHUTTER
Die Regelung der Belichtung erfolgt normalerweise über die BLENDE.
Die zweite Komponente bei der Steuerung der Lichtmenge, die auf das Aufnahmemedium trifft, ist der Verschluß.
Je kürzer die Belichtungszeit ist, desto weniger Licht fällt auf den Film.
Die Belichtungszeit wird in 1/sec angegeben.
Beim Fotoapparat ist es noch relativ einach, beim FILM schon etwas komplizierter, die richtige Belichtungszeit einzustellen.
Der Film läuft mit 24 Bildern pro Sekunde. Die Belichtungszeit ist also automatisch 1/24 Sekunde. Durch Verstellen der Sektorblende kann die Lichtmenge aber doch beeinflusst werden.
Bei VIDEOkameras gibt es eine Shutter-Einstellung, an der eine von 1/25
abweichende Belichtung eingestellt werden kann.
Das ist auch dann nützlich, wenn ein Monitor flimmerfrei abgefilmt werden soll.

KONTRASTUMFANG
Der Kontrastumfang von Video ist geringer als der des Films: Während Negativ-Film 12 Blenden Kontrastumfang hat, schafft Video nur 6 Blenden.
Die Videokamera kann nur einen begrenzten Kontrastbereich wiedergeben.
Wenn der Kontrastumfang des Motivs die Grenzen der Kontrastwiedergabe der Kamera überschreitet, werden sehr helle Bereiche schwarz und sehr dunkle weiß abgebildet. Durch die Wahl der Blende läßt sich der Wiedergabebereich nach oben oder unten verschieben - sein Umfang bleibt aber gleich groß!
Je weiter die Blende geöffnet wird, umso besser werden die dunklen Bereiche auf Kosten der hellen Bereiche wiedergegeben und umgekehrt.
Es wird immer nur ein Teil des Kontrastumfangs korrekt wiedergegeben.
Zu helle Stellen werden als Weiß wiedergegeben (brennen aus), zu dunkle als Schwarz (saufen ab).

AUFLÖSUNG
Die Auflösung wird in Pixel pro Fläche gemessen.
Noch ist die Auflösung von Video schlechter als die von Film.
Selbst das neuste Format 24P kommt nicht ganz an Super 16mm Film heran.

EMPFINDLICHKEIT
Filme gibt es mit einer Empfindlichkeit von 50-1600 ASA. Rechnet man die Empfindlichkeit von CCD-Chips auf Film-Empfindlichkeit um, so ergibt sich bei Video eine Empfindlichkeit von 200-400 ASA.
Für die Umrechnung gilt: F12 bei 2000 Lux entspricht 1000ASA.

LOOK
Ein Filmbild sieht anders aus als ein Videobild. In der Regel wird behauptet, dass Filmbilder besser aussehen: Film hat eine höhere Auflösung und eine geringere Schärfentiefe, weil das Format grösser ist. Ausserdem werden bei Film Vollbilder aufgezeichnet.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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