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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

13.1.1 Klassische Postproduktion eines Films (8-,16- oder 35mm)

Nach einem anstrengendem Drehtag sollte das belichtete Material so schnell wie möglich zum Kopierwerk zur Entwicklung gebracht werden.
Vom entwickelten Negativ wird ein Muster angefertigt, das man meistens am nächsten Tag betrachten kann. Wenn keine groben Fehler wie Fussel, Druckbelichtung, etc.. entdeckt werden, freut sich der Cutter, der an einem Schneidetisch das Material anlegen kann. Dazu bekommt er auf einer 16mm Magnetperforolle den von Tonband oder DAT überspielen Filmton. Über die Ansage der Klappennummer im Ton, der Klappe im Bild und dem Negativbericht, auf dem alle relevanten technischen Hinweise des Takes stehen, kann er Bild und Ton miteinander syncronisieren und somit nach dem Drehbuch mit dem Rohschnitt beginnen.
Im Rohschnitt wird jeder Take ab dem Klappenschlag bis zur Regieanweisung "Cut" verwendet.
Dieser erste Rohschnitt kann schon mit speziellen Zweiband-Projektoren gezeigt werden und erlaubt dem Team eine erste Sichtung.

Nach dem Rohschnitt kommt der Feinschnitt, bei dem alle Übergänge gesäubert werden. Manchmal geht es um ein bis zwei Bilder, die mehr Geschwindigkeit und Fluß in die Geschichte bringen.

Nachdem der Feinschnitt steht, kann sich die Negativcutterin (ein Berufszweig mit Frauenüberschuss) an die Arbeit machen, und das Negativ nach dem Muster nachschneiden.

Für die Tonmischung wird das geschnittene Muster einmal abgetastet

Heute geht die Tonnachbearbeitung sehr leicht über ein Computergestütztes System wie z.B. Protools. Die Töne werden von Perfo oder noch einmal vom Ausgangsmaterial eindigitalisiert und nachbearbeitet. Nach einer Säuberung von Kamera und anderen Störgeräuschen kommen diverse andere Atmogeräusche und Musik dazu.
Am Ende wird der abgemischte Ton auf DAT ausgespielt und im Kopierwerk auf Magnet oder Lichtton gebracht.

Der letzte Schritt ist die Lichtbestimmung, die Regie und Kamera mit einem Lichtbestimmer vornehmen. Viele Szenen sind zu hell oder zu dunkel und müssen farblich etwas verändert werden. Der "Look" eines Filmes ist entscheidend für Atmosphäre und die Geschichte, die erzählt werden soll.

Nach der Lichtbestimmung wird das geschnittene Negativ und der Lichtton miteinander kombiniert. Davon wird ein Positiv hergestellt, das man in jedem Kino betrachten kann.

Vom geschnittenen Negativ oder vom fertigen Positiv kann man eine Abtastung vornehmen, und mit dem Videomaster Kopien herstellen oder eine Verwertung im Fernsehen vornehmen.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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