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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

6.1.4 Belichtungszeit, Blende, Schärfentiefe

BLENDE
Die Blende steuert zwei wichtige Parameter:
1. die Lichtmenge, die auf das Aufnahmemedium trifft
2. die Schärfentiefe (die Ausdehnung der Schärfeebene, also den Bereich, in dem ein Objekt scharf abgebildet erscheint.
Die Blende steuert die Lichtmenge. Die Werte in der Blendenreihe sind logarhitmisch. Der Sprung von einem Wert zum nächsten bedeutet also jeweils die Verdopplung der Lichtmenge.
Die Blendenreihe : 1,4/2,8 / 4 / 5,6 / 8 / 16 / 22. Ein niedriger Wert bedeutet dabei eine große Blendenöffnung und damit viel Licht, ein hoher Wert bedeutet eine kleine Blendenöffnung, also wenig Licht.

SCHÄRFENTIEFE
Innerhalb der Schärfentiefe erscheinen alle Objekte scharf. 100%ig scharf werden aber nur die Objekte aufgenommen, die sich exakt in der eingestellten Entfernung befinden.
Wird die Blende der Beleuchtung angepaßt, muss die daraus resultierende Schärfentiefe in Kauf genommen werden.
Soll aus künstlerischen Aspekten eine bestimmte Schärfentiefe gewählt werden, muss die Beleuchtung der Blende angepaßt werden.
Wenn es zu hell für die gewünschte Blende ist, helfen Grau-(ND)-Filter weiter.
Eine große, offene Blende (1,8) bedeutet eine geringe Schärfentiefe.
Eine kleine, geschlossene Blende (22) bedeutet eine ausgedehnte Schärfentiefe.

SCHÄRFE ZIEHEN
Wenn sich die Entfernung zwischen Objekt und Kamera ändert, muss die Schärfe nachgeführt werden - und zwar noch bevor das Bild unscharf geworden ist!
Die Beurteilung der Schärfe mit dem Auge ist dabei nicht ausreichend, denn bevor man sieht, daß das Objekt unscharf ist, ist es bereits unscharf aufgezeichnet.
Es gibt nur eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen: Es müssen vor dem Drehen Schlüsselpunkte festgelegt werden, an denen das Objekt eine bestimmte Entfernung haben wird.
Diese Positionen werden am Schärfenring markiert (und eventuell auch auf dem Boden, wenn er nicht im Bild ist.)

SCHÄRFEVERLAGEREUNG
Die Schärfentiefe wird so eingestellt, dass nur eins von zwei Objekten scharf abgebildet wird und das andere in der Unschärfe verschwimmt.
Dann wird die Schärfe (und damit die Aufmerksamkeit des Zuschauers) vom einen auf den anderen Gegenstand verlagert.
Die Einstellung des Schärferings sollte man vorher Markieren

ZOOM
Soll auf ein Detail eingezoomt werden, stellt man die Schärfe zunächst in der eingezoomten Position ein - das weitwinkligere Bild ist damit auch scharf.

HYPERFOCAL-EINSTELLUNG
In der sogenannten Hyperfocal-Einstellung gibt ein Objektiv den Bereich von der halben eingestellten Entfernung bis unendlich scharf wieder.
Die Hyperfocal-Einstellung wird folgendermaßen berechnet:
Brennweite in cm x Brennweite in cm x 100 : (Blendenwert x 0,05).

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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