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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

6.2.8 Farbgestaltung

Im Film können durch Farben Handlungen und Schauplätze charakterisiert und voneinander abgegrenzt werden. Werden zwei zueinander gehörende Handlungen abwechselnd gezeigt, wird oft jeder der beiden Teilhandlungen eine Farbe als Leitfarbe zugeordnet.

Schaut man sich Truffauts "Die Braut trug Schwarz" genau an, wird man entdecken, dass die Farben der Tricolore immer wieder als Leitfarben im Film auftauchen. Farben machen oft subtile Stimmungen aus. Die französische Nouvelle Vogue hat das teilweise auf die Spitze getrieben.

FARBE ALS TRÄGER DER STIMMUNG
Die Farbe eines Objekts oder eines Raumes löst im Betrachter psychische, zum Teil sogar physiologische Wirkungen aus. Nicht von ungefähr streichen heutzutage viele Leute ihre Zimmer gelb...
Die Zuordnung einer bestimmten Stimmung zu einer Farbe kann natürlich nicht
absolut sein. Intensive Farben wirken nicht notwendig positiv, heiter und optimistisch; sie können durchaus auch als zu bunt, grell, aufdringlich, billig und chaotisch empfunden werden. Grau dagegen kann neben Langeweile, Armut und Trostlosigkeit auch positive Empfindungen vermitteln: Feine Grauabstufungen wirken durchaus edel, zart und heiter.

Beim Film spielen blaues und oranges Licht eine grosse Rolle:

BLAU
wirkt kalt, nüchtern und schlicht.
Blaues Licht lässt alles Unschöne der menschlichen Haut hervortreten.

ORANGE
vermittelt Wärme.
Oranges Licht lässt Unreinheiten der Haut verschwinden.

SINNBILDHAFTE WIRKUNG
Von sinnbildhafter Wirkung sprechen wir dann, wenn beim Wahrnehmen einer Farbe oder einer bestimmten Farbigkeit eine Bedeutung in unser Bewußtsein tritt.
Der Symbolgehalt, der einer Farbe zugeschrieben wird, wurzelt zwar in der physiognomischen Wirkung, die von ihr ausgeht, zum größten Teil ist
die sinnbildhafte Wirkung von Farben aber vom Kulturkreis abhängig.
Sie ist durch Erziehung und Bildung erlernt oder durch Konvention als Wissen erworben.
So gilt Weiß uns als Farbe der Friedensliebe, der Unschuld, während Schwarz für Trauer und Tod steht. In anderen Kulturen gilt dagegen Weiß als Farbe der Trauer.

SYMBOLIK VON FARBEN (ohne Gewähr)

WEISS
positiv: Schnee Reinheit, Unschuld, Friede,Leichtigkeit, Sauberkeit
negativ: Kälte, Blässe, Sterilität, Kapitulation

SCHWARZ
positiv: Nacht, Kohle, Energie, Stabilität, Förmlichkeit, Solidität
negativ: Angst, Leere, Tod, Anonymität, Böses

GRAU
positiv: Intelligenz, Reife, Wohlstand, Würde, Zurückhaltung
negativ: Verwirrung, Verfall, Schatten, Depression, Beton, Langeweile

ROT
positiv: Sieg, Liebe, Leidenschaft, Stärke, Sex
negativ: Blut, Krieg, Feuer, Gefahr, Wut, Teufel

GELB
positiv: Sonne, Sommer, Frische, Heiterkeit, Gold Ernte, Innovation
negativ: Feigheit, Verrat ,Eifersucht ,Gefahr, Krankheit, Torheit

GRÜN
positiv: Vegetation, Natur, Frühling, Fruchtbarkeit
negativ: Verfall, Unerfahrenheit, Neid, Geiz, Pech,

BLAU
positiv: Himmel, Meer,Ruhe, Vertrautheit, Spiritualität, Stabilität, Friede, Einheit
negativ: Kälte, Nachlässigkeit, Traumtänzerei, Melancholie, konservativ

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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