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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

4.4 Die Geschichte

So banal das klingt: Die Grundlage jeder dramatischen Filmhandlung beruht auf einer einfachen Grundlage: ARISTOTELES.
Der dramatische Aufbau von klassischen Theaterstücken ebenso wie von neuen Hollywoodfilmen geht im Grunde auf die Poetik des Aristoteles zurück. Dieser legte für das antike Drama eine Grundstruktur und Stilmittel fest, mit deren Hilfe eine optimale Wirkung beim Zuschauer zu erzielen ist.

Die meisten "klassisch" erzählten Geschichten enthalten folgende erzählerische (narrative) Grundbestandteile:
- eine Handlung mit Anfang, Hauptteil und Schluß
- ein Thema
- einen Konflikt / eine Entwicklung der Charaktere , handelnde Figuren

Im Zusammenhang könnte man diese Elemente so beschreiben: Zu Beginn der Handlung werden die CHARAKTERE eingeführt. Sie haben unterschiedliche Interessen und Meinungen, aus deren Zusammenprall sich KONFLIKTE entwickeln.
Im Laufe der Geschichte werden diese Konflikte dann ausgetragen. Es wird nach LÖSUNGEN gesucht. Dabei verändern sich die Charaktere (durch Lernprozesse) ebenso wie ihre Umgebung. Meistens gibt es im Hauptteil der Geschichte mehrere erfolglose Versuche, den Konflikt zu lösen. Endgültig gelingt es normalerweise erst am Ende. Man kann das Ende aber auch offen lassen und auf eine Lösung verzichten.

Wichtig ist, dass eine Geschichte so aufgebaut ist, dass sie von Anfang an das Interesse des Zuschauers weckt und dieses bis zum Ende aufrechterhält.

Dazu ist folgendes wichtig:
- In der Geschichte sollte eine THEMATIK behandelt werden, die für die Zuschauer irgendwie von Interesse ist.

- Die Geschichte sollte nicht vorhersehbar verlaufen, sondern die Zuschauer durch immer wieder neue WENDUNGEN überraschen. Sobald nämlich die Lösung eines Konfliktes in Sicht kommt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Zuschauer das Interesse an der Geschichte verliert. In fast allen "klassisch" erzählten Geschichten ist die Lösung des Konfliktes auch das Ende des Geschichte. Was danach noch folgt, ist meistens nur noch eine Art Resumée oder eine abschließende Pointe.

- Die Spannung der Geschichte sollte gegen Ende hin gesteigert werden. Dies nennt man "ZUSPITZUNG". Eine Möglichkeit ist es, die Lösung des Konfliktes immer wieder in greifbare Nähe zu rücken und dann diese Hoffnung auf Rettung/ Versöhnung/ Lösung zu enttäuschen. Die Situation nach dieser Enttäuschung erscheint dann noch aussichtsloser als zuvor. Dieses Spiel mit Hoffnung und Enttäuschung kann man im Verlauf der Geschichte immer mehr steigern, indem man einer immer mehr schwindenden Hoffnung immer größere Hindernisse in den Weg stellt.

Endgültig gelingt die Lösung des Konflikts erst kurz vor Ende des Films. Man kann das Ende aber auch offen lassen und auf eine Lösung verzichten.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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