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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

4.4.3 Plotpoints - Backstory - Spannungsbogen

PLOTPOINTS
sind Wendepunkte, die der Geschichte eine neue Richtung geben. Am wichtigsten sind der erste am Ende des 1. Akts (Konfrontation) und der zweite am Ende des
2. Akts (von da an steuert die Geschicht auf den Höhepunkt zu).

BACKSTORY
Um eine Geschichte spannend und glaubwürdig zu erzählen, muss sich der Autor die komplette Biographie aller beteiligten Figuren bis ins Detail ausdenken: ihren Werdegang, Ereignisse, die sich zwischen den Figuren in der Vergangenheit zugetragen haben und sie verbinden. Je genauer die backstory ausgearbeitet ist, desto authentischer erscheinen die Figuren. Am besten tut man so, als sei die Vergangenheit bereits Teil des Films und der Zuschauer kommt am Anfang des eigentlichen Plots dazu.
Der Autor muss jedoch die backstory klar von der Filmhandlung trennen. Er muss die backstory kennen, darf aber nur das Nötigste erzählen, damit der Zuschauer die Handlung zwar versteht, aber trotzdem etwas Geheimnisvolles bleibt. Die eigentliche Geschichte muss im Vordergrund stehen.


DER 1. AKT
An irgendeinem Punkt im 1. Akt beginnt die eigentliche Geschichte.
Es tritt ein Ereignis ein, das den Helden aus seiner gewohnten Welt reißt, der "Ruf zum Abenteuer ", dem der Held (unter Umständen widerwillig) folgt.
Damit ist das Gleichgewicht gestört - und muss wiederhergestellt werden.
Die Spannung der Geschichte sollte zum Ende hin gesteigert werden. Dies nennt man "ZUSPITZUNG". Nach dem 2. Plotpoint steigert sich das Tempo. Es folgt ein immer schnellerer Wechsel von Spannung und Entspannung.

Eine Möglichkeit, die Spannung zu steigern ist es, die Lösung des Konflikts immer wieder in greifbare Nähe zu rücken und dann diese Hoffnung auf Rettung/ Versöhnung/ Lösung zu enttäuschen. Die Situation nach dieser Enttäuschung erscheint dann noch aussichtsloser als zuvor. Dieses Spiel mit Hoffnung und Enttäuschung kann man im Verlauf der Geschichte immer mehr steigern, indem man einer immer mehr schwindenden Hoffnung immer größere Hindernisse in den Weg stellt.

PLOTPOINT 2
Am Ende des 3. Akts - kurz vor dem Höhepunkt der Spannung - kommt es zur letzten, alles entscheidenden Krise, dem "showdown": Held und Antagonist stehen sich Angesicht zu Angesicht gegenüber .
Katastrophe und Erfolg scheinen in diesem Moment gleich wahrscheinlich.
Der Held muss eine wichtige (moralische) Entscheidung treffen.
Auf dem Höhepunkt der Spannung zeigt sich die wahre Natur von Protagonist und Antagonist.
Jetzt wird die zentrale dramaturgische Frage aus dem 1. Akt wird beantwortet .
Der Konflikt wird gelöst und ein neues Gleichgewicht ist hergestellt.

DIE LEHRE:
An dieser Stelle werden bisher nicht aufgedeckte Zusammenhänge gezeigt und Nebenhandlungen abgeschlossen.
Die Auswirkungen des "gewonnenen Kampfes" werden sichtbar; der Held genießt die Früchte seiner Arbeit.
Das Tempo des Films wird langsamer, der Zuschauer kann sich von der Spannung erholen und die Geschichte findet ihren Ausklang.
Oft wird ein Bogen zum Anfang der Geschichte geschlagen.
Bevor die Handlung im Film beginnt, hat sich in der Geschichte schon viel ereignet, von dem der Zuschauer nur indirekt erfährt.



 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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