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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

4.4.6 Figuren und Charaktere

Die Hauptfiguren einer Geschichte nennt man PROTAGONISTEN, bei ihren Gegenspielern spricht man von ANTAGONISTEN.

Außerdem unterscheidet man zwischen HAUPTFIGUREN und NEBENFIGUREN, je nachdem, wie wichtig sie für die Geschichte sind.
Die Nebenfiguren haben zumeist die Funktion, den Hauptfiguren zu helfen oder ihnen im Weg zu stehen. Sie lenken das Geschehen mit, ohne aber in dessen Mittelpunkt zu stehen.

Bei den Figuren einer Geschichte ist es wichtig, dass jede von ihnen eine eigene Persönlichkeit hat. Nur dann wirken sie glaubwürdig. Die CHARAKTERZÜGE der Figuren, ihre Eigenschaften, bestimmen deren Verhalten. Dies nennt man MOTIVATION. Dies können sowohl bewußte als auch unbewußte Wünsche der Figuren sein. (In GANZ ODER GAR NICHT will die von Robert Carlyle gespielte Figur ihrem tristen Leben entkommen und etwas bewegen, und gründet darum die Stripgruppe. In LISBON STORY von Wim Wenders ist der Hauptdarsteller ein Tonmeister beim Film und hat deshalb ein besonders persönliches Verhältnis zur Welt der Klänge. Das ist auch einer der Gründe, warum er sich zu der Sängerin hingezogen fühlt, die er später in der Geschichte kennenlernt. Auch sie liebt die Welt der Töne.) Aus den unterschiedlichen Charaktereigenschaften entwickeln sich im Verlauf einer Geschichte die KONFLIKTE, die die Handlung vorantreiben. (In den JAMES BOND Filmen hat der Agent stets mit einem Gegenspieler zu kämpfen, der die Weltmacht an sich reißen will. In EASY RIDER trifft der Wunsch der Hippies nach Freiheit auf das spießbürgerliche Denken ihrer engstirnigen Menschen.) Manchmal stehen auch mehrere Charakterzüge innerhalb der Figuren in Konflikt miteinander. (In HEAT sind Al Pacino als Polizist und Robert DeNiro als Krimineller Gegner mit einander entgegengesetzten Interessen. Der eine vertritt das Gesetz, der andere bricht es. Allerdings haben die beiden großen Respekt voreinander, weil sie beide die Intelligenz des anderen zu schätzen wissen. In beiden Figuren gibt es jeweils einen INNEREN KONFLIKT.)


BACKSTORY
Eine große Hilfe beim Entwickeln einer Figur ist es, einen kompletten LEBENSLAUF der Figur zu erfinden und aufzuschreiben. Selbst wenn man das meiste davon gar nicht im Film verwendet, hilft es dabei, eine glaubwürdige und in sich stimmige Figur zu entwickeln und so ein Gefühl für sie bekommen.
Auf diese Weise kann man ihre Motivation (die Gründe für ihr Verhalten) einfach besser erklären. Diese erfundenen Lebensläufe sind auch für die Schauspieler sehr hilfreich, um sich in ihre Rolle hineinversetzen zu können.
Am besten lässt man die Geschichte viele Jahre früher beginnen als im Film gezeigt wird.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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