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Filmpraktische Tipps
Junge Filmszene im BJF

Filmpraktische Tipps

3.1.5 Inszenierung vs. Objektivität im Dokumentarfilm

Es gibt zwei verschiedene "Schulen" oder "Bewegungen" im Dokumentarfilm.

- Der Ansatz des DIRECT CINEMA besagt, dass die Kamera nur beobachten und nicht in das beobachtete Geschehen eingreifen darf. Dadurch sollen die Protagonisten möglichst ganz vergessen, dass sie beobachtet werden und "natürlich" und spontan reagieren.
Der Eindruck von Authentizität entsteht aber vor allem durch den Schnitt, indem alle Szenen rausgeschnitten werden, in denen die Akteure die Kamera offensichtlich bemerkt haben.

-Der Ansatz des CINEMA VERITE besagt, dass die Kamera präsent sein und der Regisseur in das Geschehen eingreifen darf. Er darf also typische Ereignisse, die gefilmt werden sollen, aber zum Zeitpunkt des Drehens gerade nicht eintreten, auch inszenieren.

Während Cinama-Verite-Vertreter die gefilmte Realität gerne beeinflussen, tun Direct-Cinema-Anhänger das nur ungern.
In der Praxis ist es immer ein schmaler Grat zwischen Realität und Inszenierung.
Darf für einen Dokumentarfilm etwas nachgestellt werden, das wirklich passiert ist?
Darf etwas inszeniert werden, das so gewesen sein könnte?
Letztlich kann der Dokumentarfilm nicht wirklich objektiv sein, doch es muss deutlich werden, wer ihn unter welchen Umständen gemacht hat, damit der Zuschauer sich ein eigenes Urteil bilden kann.

 


Bis Ende 2014 pflegte die Junge Filmszene im BJF hier ein Wiki mit vielen filmpraktische Tipps. Manche dieser Tipps und Tricks haben bis heute ihr Gültigkeit behalten, deswegen ist diese Seite weiterhin online. Viel Spaß beim Stöbern.

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